chicco

Über Muschi`s Verlust kam ich nur schwer hinweg und meine Mutter versprach mir, sich nach einem Kater umzuschauen.Sie fand eine Anzeige in der Zeitung, in der junge Kätzchen zur Vermittlung angeboten wurden. Wir fuhren hin und ich entschied mich für ein Katerchen, dass nicht zum Wurf gehörte sondern ein Findelkind war und von der Katzenmutter mit großgezogen wurde.

Chicco

"Chicco" wurde mein neuer Liebling. Wir spielten stundenlang und fast jede Nacht schlief er in meinem Bett. Er wurde ein sehr großer und kräftiger Kerl, und manchmal dachten wir, dass er vielleicht ein bisschen "Wildkatzenblut" abbekommen hatte, weil er gar so riesig war. Man konnte aber alles mit ihm machen, ohne dass er je böse oder aggressiv wurde. Bis auf eine Ausnahme: wenn man morgens aufstand, konnte es passieren, dass Chicco aus irgendeiner Ecke angelaufen kam und einen indie Waden biss. Das war seine Art und Weise uns mitzuteilen, dass er Hunger hatte!! :-) Ich gewöhnte mir also an, auf allen Vieren aus meinem Zimmer zu robben. Wenn er dann angerannt kam konnte ich ihn gleich abwehren, auf den Arm nehmen und in die Küche tragen, wo ich ihm sein Frühstück verpasste!! Danach war er wieder der liebste Kerl!! 

Tommy und Chicco gingen sich weitestgehend aus dem Weg. Sie hatten ja auch genug Platz. Ein großes Haus, einen
großen Garten und viele Felder ringsrum. Auch Chicco lernte, wie die "Katzenklingel", also die Briefklappe, funktionierte. Wie oft musste einer von uns aus dem warmen Bett steigen, um einen der Nachtschwärmer wieder reinzulassen!!! Als Tommy eingeschläfert wurde, war Chicco der alleinige "Herrscher" im Haus. Er machte nicht den Eindruck, als ob er Tommy vermisste.

1983 kam für mich der erste große Umzug. Ich wollte nach Amerika. Also hieß es Abschied nehmen von meinem kleinen Freund. Am Liebsten hätte ich ihn mitgenommen. Aber es wäre sehr egoistisch gewesen ihn aus seiner gewohnten Umgebung herauszureissen und auf so eine "Abenteuerreise" mitzunehmen. Außerdem war er bei meiner Mutter ja gut aufgehoben.

Als ich 1986 wieder in Deutschland lebte (ca. 400 km von meinem Elternhaus entfernt) telefonierte ich fast wöchentlich mit meiner Mutter und fragte jedesmal nach Chicco. Sie erzählte mir dann immer ein paar lustige Geschichten über ihn. Aber eines Tages gestand sie mir, dass sie ihn hatte einschläfern lassen, weil er zu wild geworden war und sie immer in die Waden gebissen hatte.

Ich war völlig schockiert. Nie hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dass so etwas passieren würde.

Chicco war damals ca. 8 Jahre alt. Ein gesunder, bildhübscher Kater. Ich selber hätte ihn wohl nicht aufnehmen können, da er bei mir auf seinen gewohnten Auslauf hätte verzichten müssen. Aber hätte ich von dem bevorstehenden Unheil auch nur das Geringste geahnt, hätte ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seinen verfrühten Tod zu verhindern. So aber wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Ich habe mit meiner Mutter ein paar Wochen  nicht geredet. Es hat lange gedauert, bis ich ihr verziehen hab. Verstehen kann ich bis heute nicht, wie sie diese Entscheidungtreffen konnte, ohne vorher mit mir darüber zu reden!!!

 

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